Georg Batz/ capsis.de
In diesem Post werde ich den Weg von der lateinischen Sprachen bis hin zu den Romanischen Sprachen beleuchten. Mitunter werden verschiedene theoretische Ansätze besprochen. In der Praxis konzentriere ich mich vor allem auf die spanische Sprache.
Der nachfolgende Text wird von mir genauso in wikipedia veröffentlicht. Leider konnte ich bisher keine Zeit aufbringen meinen Text zu verbessern, zu korreegieren oder zu erweitern.
Artikel auf http://de.wikipedia.org/wiki/Romanische_Sprachen ? und auf capsis blog
==Allgemeine Entwicklung==
Die Romanischen Sprachen gehören in historisch-genealogischer Sicht zur indogermanischen Gruppe[[http://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen]], welche von der Hälfte der Bevölkerung der Erde gesprochen wird. Unter den romanischen Sprachen nimmt Spanisch [[http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Sprache]] eine wichtige Rolle ein mit 370 Mio. Sprechern. Danach kommt Portugal mit 190 Mio Sprechern und schließlich mit ca. 100 Mio (Frankophonie) [[]] Sprechern. In diesem Zusammenhang sind auch Kreolsprahcen, das heißt stark vereinfachte Sprachen auf der Basis von romanischen Sprachen hervorzuheben. Eine spanische Kreolsprache ist beispielsweise Papiamiento.
Alle Romanischen Sprachen haben sich als Dialekt des Vulgärlateins () herausgebildet (). Diesbezüglich heißt es in Vossler: “Die einzelnen rom[anischen] Sprachen sind nicht die Töchter des Vlt.[Vulgärlateins], d.h. seine Spielart. Sie sind das Latein von heute.”(Vossler 1954:48) Das Vulgärlatein ist dabei ein Konzept welches das mündliche Latein, dieses wurde in allen Schichten gesprochen beschreibt. Dafür gibt es daneben verschiedene Begriffe wie Umgangslatein und Sprechlatein Es ist eine Nähesprache und steht im Gegensatz zur schriftlichen Distanzsprache, dem klassischen Latein (50 v.Chr-50 n.Chr.). Von West nach Ost sind allgemein als Sprachen akzeptierte Dialekte: Portugiesisch, Galizisch, Spanisch, Katalanisch,Okzitanisch (in neurer Literatur als ..genannt),Französisch, Italienisch, Sardisch, Rätroromanisch und Rumänisch.
Es wird allgemein zwischen alter und nuer Romania unterschieden (vgl. [[]]. Im ersteren Konzept wurde romanisiert ohne, dass es eine bedeutende Anfangssprache gab. Die neue Romania hatte bereits ihre eigenen Sprachen und wurde nachträglich romanisiert, so dass in vielen Teilen der Erde romanische Sprachen als sekundärsprachen neben den primären Sprachen gesprochen werden. Beispielsweise wird Französisch in Afrika gesprochen. Heutzutage werden alle romanische Sprachen von ungefähr 400 Mio Menschen weltweit gesprochen. So ist Spanisch auf Rang vier hinter Englisch, Chinesisch und Hindi (vgl. auch Weltsprachen[[http://de.wikipedia.org/wiki/Weltsprachen]].
==Theorien zur Romanisierung==
Es existieren zahlreiche Theorien zur Entwicklung der romanischen Sprachen. Die wichtigsten Erkenntnisse werden nachfolgend dargestellt.
Der Begründer der Romanistik Friedrich Christian Diez[[http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Diez]] (15.März 1794-29.Mai 1876) hat postuliert, dass die Romania aus einem Ost und aus einem Westteil besteht. Die späteren Theorien versuchen die Romania auf Basis von Diez in eine Ost- und Westromania mit grober oder feinerer Einteilung zu definieren.Kriterien sind unter anderem geografischer, genealogischer,,sprachstrukturell, sprachlicher, lautlicher, chronologischer, historischer, sozialkriotischer Natur und Sprachkontinuität (vgl. Romania continua und Romania discontinua) [[http://de.wikipedia.org/wiki/Romania_%28Linguistik%29]]. Togeby Knud unterschiedet im Gegensatz zu seinen Kolegen zwischen fünfzehn romanischen Sprachen, wobei maximal siebzehn romanische Sprachen gehandelt werden. Es wird generell zwischen Sprachen und Dialekten unterschieden. Die ersteren sind selbsständig und haben ein stärkeres Bewustsein als die nächsteren.
==Theorie von Walther von Wartburg==
Wartburg hat die Einteilung von Diez (s.o.) in seiner Monografie im Jahre 1950 übernommen, modifiziert und versucht lautlich zu erklären. In der Westromania haben früher Kelten gesiedelt. In der Osttromania dagegen waren keine Kelten. Die Trennlinie verläuft von La Spezia an der Riviera nach Rimini an der Adria. An dieser Linie beobachtet man drei lautliche Phänomene: nördlich in der Westromania werden die lateinischen Laute /p/ /t/ und /k/ zwischen Vokalen zu /b/ /d/ /g/ Desweiteren werden /kt/ und /ult/ zum Gaumen hin verschoben.Der Laut /s/ am Wortende bleibt erhalten. Südlich bleiben /p/ /t/ und /k/ zwischen Vokalen erhalten, /b/ /d/ und /g/ werden nicht zum Gaumen hin verschoben. Am Wortende wird /s/ nur sehr leicht ausgesprochen. Folgende Wörter sollen als Beispiel dienen (Tabelle!):
Deutsch Lateinisch Spanisch (westromanisch) Italienisch (ostromanisch) lateinisch
wissen sapere saber sapere
sich ändern mutari mudar mutare
Freund amico amigo amico
Nacht nocte noche notte
viel multu muche molto
du singst tú cant-as tu cant-i
die Freundinnen las amig-as le amich-e
Die Wartburgischen Kriterien gelten nict mehr für die modernen romanischen Sprachen uneingeschränkt. Dies gestehte Wartburg selber im Jahre 1953.
==Lausbergs Theorie==
In Anlehnung an dieses Konzept unterteilte Lausberg die Romania
in Westromania- Galloromania mit Okzitanisch, Frankoprovenzialisch und Französisch;Raetroromania,Norditalien und Iberoromania mit Katalanie,Spanien,Portugal
in Ostromania- Mittel und Süditalien inklusive Toskana,Dalmatien und Rumänien
Als Sonderfall wird Sardinien genannt.
==Gliederung nach Carlo Tagliavini==
Tagliavini verfeinert das Konzept der Ost- und Westromania in balkanromanische/dokoromanische, italoromanische, galloromanische und iberoromanische Sprachen. Dabei bestehen in fast jeder Sprache Brückensprachen, welche sehr ähnlich zur nächsten Sprache sind und deshalb so genannt werden.
Zu den balkanromanischen Sprachen gehören heutzutage Rumänisch und Aromunisch und die bis ins 19. Jarhundert, an der östlichen Adria gesprochene Sprache Dalmatisch. Dies ist gleichzeitig die Brückensprache zur italoromanischen Gruppe. Zu dieser Gruppe zählt also auch das Dalmatische, das Italienische, das Sardische und das Rätroromanische. Zu den galloromanischen Sprachen zählen Französisch, Frankoprovenzialisch, Okzitanisch (wird auch Provizialisch genannt) und teilweise Katalanisch als Brückensprache zur iberoromanischen Gruppe. Zu dieser zählen Spanisch, Galizisch und Portugiesisch.
==Arealtheorie von Matteo Bartoli==
Nach der Arial Theorie von Matteo Bartoli (1873–1946), einem Arreallinguisten [[http://de.wikipedia.org/wiki/Areallinguistik]] wird die Ost- und Westromania (siehe auch Romania[[http://de.wikipedia.org/wiki/Romania]]) in Iberia, Gallia,Italia und Dacia eingeteilt.Die Iberia und Dacia werden zur Randromania, wohingegen Gallia und Italia zur Zentralromania gezählt werden. Dabei werden die im Zentrum liegenden Bereiche zuerst erreicht (gleichzeitig gehen von ihnen sprachliche Neuerungen aus), wogegen die Randromania zuletzt mit sprachlichen Innovationen konfrontiert wird.Randareale haben somit eine ältere Sprachform. Eine ähnliche Aufffasung hat Monteverdi und Rolhfs.
Dies kann am Wortschatz aufgezeigt werden beispielsweise wird Tisch (in Tabelle!)
Deutsch lateinisch Spanisch Rumänisch Französisch Italinisch
Tisch mensa mesa masă table (von tabula jünger als mensa) tavola
==Romania continua vs. Romania discontinua==
Nach Amado Alonso ()[[]] bilden die Romania discontinua die Sprachen Französisch und Rumänisch. Der Grund ist, dass diese beiden Dialekte zu den restlichen romanischen Dialekten Lücken und Unterschiede aufweisen. Sie nehmen daher eine besondere Stellung unter den romanischen Sprachen ein. Beispielsweise existiert kein auslautendes /s/, nur sehr eingeschränkt mit der liason. Das Vulgärlatein wurde nach der Romanisierung in der Galoromania vom Fränkischen beeinflusst, wobei in der Daciaromania der Einfluss vom Slabischen und Ungarischen herrührte.
==Vulgärlatein vs. klassisches Latein==
Das Sprechlatein oder Vulgärlatein ist entsanden um die umständlichen grammatikalischen, syntaktischen und stilistischen Regeln des klassischen Lateins (50 v.Chr.-50 n.Chr.) zu vereinfachen.
Während im klassischen Latein die Quantität der Silben (10 Vokale) zählt, ist dem Vulgärlatein die Qualität der Silben (nur noch sieben Vokale) wichtig. Ausserdem wird nichtmehr zwischen langen und kurzen Silben unterschieden. Dies bezeichnet man als Quantitätenkollaps. Während das klassische Latein Diphtonge benutzt, gebraucht das Vulgärlatein Monophtonge.
Desweiteren haben alle romanischen Sprachen einen Artikel wie le, la,les. Dagegen findet man im klassischen Latein keinen Artikel. Der Artikel ist wahrscheinlich aus der lateinischen Form entstanden.
Ausserdem schwinden Vokale wie /h/ oder in manchen Regionen /g/. Es herrschte auch eine Palatisierung (Verschiebung in Richtung gaumen), eine Fraikativierung und Spirantisierung vor.
==Quellen des Vulgärlateins==
Die Quellen des Vulgärlateins sind der Ausgangspunkt für die Sprachforschung über die romanischen Sprachen. Da das klassische Latein schwer zugänglich angesichts der Regeln und stilistischen Normen war, war es sinvoll Predigten oder Reden in einem einfacherem Latein, dem Vulgärlatein abzufassen.
Uns sind Graffitis in Pompej, mündliche Äußerungen in Briefen, Komödien von Plavius für das Volk,Grammatiken wie die Appendis Probi, mythologische Tafeln, christliche Texte und andere Quellen bekannt (vgl. ..[[]]).
==Begriffe==
Als Isoglosse bezeichnet man zum einen Areale in denen die gleiche Sprache gesprochen wird, zum anderen Gebiete, in welchen das gleiche lautliche Phänomen auftritt. Es wird also eine geografische und eine gedachte Grenze bezeichnet. Mehrere lautliche Gegebenheiten heißen Isoglossenbündel, besipeilsweise das Isoglossenbündel La Spezia-Rimini bilden die Grenze zwischen Ost- und Westromania. Dies zeigt sich beispielsweise im Norden Spaniens mit /s/ und /θ/ (dem gelispeltem th Laut) contra /θ/ im Süden Spaniens.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird zwischischen interner und externer Sprachgeschichte unterschieden. Interne Sprachgeschichte berücksichtigt alle direkten Einflüße auf die Sprache wie z.B. die Alphabetisierung, deren Umsetzung in der Schriftlichkeit,der Sprachgebrauch. Dagegen ist externe Sprachgeschichte von politischen, sozialen und ähnlichen Faktoren bestimmt. Der Begriff der Dichotomie wurde zum ersten Mal von Ferdinand Brunot, einem der wichtigsten Forscher zur französischen Sprachgeschichte explizit ausformuliert.
==wichtige Daten==
1085- Eroberung Toledos (Spanien)
1492- drei Ereignisse
Die Reconquista war endgültig im Jahr 1492 beendet, es wurden in diesem Jahr die Juden aus Spanien vertrieben und es erschien die erste spanische Grammatik von Antonio de Nebreja. Darüber hinaus wurde 1492 Amerika von Kolumbus “entdeckt”.
16/17. Jahrhundert- Goldenes Zeitalter der Literatur und wissenschaftlichen Produktion (Siglo de Oro)
1713- Gründung der Real Academia Espanjola (Spanien)
Academia de la Crusca (Italien)
Académie Francaise (Frankreich)
==Die Entwicklung in den einzelnen Ländern==! weitere Länder beleuchten
==Spanien==
Die Ältesten Sprachzeugnisse stammen aus Klöstern und stellen Glossen dar. Die spanischen Mönche schrieben Notizen zu lateinischen “Fremdwörtern” am Rande von Manuskripten auf. So ist die Glosas Emilianenses aus dem Kloster San Milán de la Cogolla, Rioja im Jahre 977 und Nadic(cedille)ia de Kesos im Jahre 980 bekannt.
Eine Romanisierung begann im Jahre 218 v.Chr. während des zweiten punischen Krieges (218-201 v.Chr.)[[http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Punischer_Krieg]]. Die Römer siedelten sich vorallem in Katalanien an. Zuvor hatten die Römer im Jahre 211 v.Chr. die Karthager von der iberischen Halbinsel vertrieben. Insgesamt dauerte die Romanisierung lange und wurde durch viele Prozesse unterbrochen. Da auf der iberoromanischen Insel bereits von vielen Leuten ihre eigene Sprache gesprochen wurde, wurde das Vulgärlatein ()[[]] oder Sprechlatein davon beeinflusst (vgl. Substrat[[]]; die aufgegebene Sprache heißt Superstrat).
In den Jahren 711-718 (conquista) eroberten die Araber und Berben aus Maghreb die iberische Halbinsel. Sie brachten Wissenschaft und Fremdwörter nach Spanien. Aus diesem Grund sind Bibliotheken erhalten, welche von Arabern, Juden und einer spanischen Kontrollinstanz der Sprache ins Spanische übersetzt wurden.Weiter sind ungefähr 1000 arabische Lehnwörter in die Sprache eingegangen. Sie finden sich vorallem in den Bereichen Küche und Haushalt, Bauwesen, Handwerk, Kriegswesen, sowie Handel und Verwaltung. Diese Arabismen gehören zu den Hauptunterschieden der iberoromanischen Sprachen vom Rest der romanischen Sprachen.Ausserdem wurde ein mozarabischer (auf arabisch:”die sich wie Araber benehmen”) Dialekt unter den arabischen Eroberern gesprochen
Durch die ISolierung des Reichs von Abderraman I. (756-788) wurde die muslimische Macht geschwächt und eine Rückeroberung, die Reconquista (718-722) begünstigt. Durch die Reconquista verlagerte sich das Sprachenzentrums nach Süden (1085 wurde Toledo erobert, Sevilla ) und es erfolgte eine Neubesiedlung (répoblacion). Durch das Wirken Alfonss des Weisen (1221-1284),unter anderem seine rege wissenschaftliche und literarische Tätigkeit, [[http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_der_Weise]] wurde die kastilianische Sprache gestärkt.
Desweiteren prägte die Entscheidung des Königs Sanchos des Älteren/des Großen (1000-1035) die Entwicklung der spanischen Sprache. Er schlug im 11.Jarhundert einen alternativen Pilgerweg nach Santiago de Compostela vor. Dieser Weg ging durch flaches Land im Gegensatz zum vorherigen bergigen Weg. In der Folge siedelte sich überwiegend französische Bevölkerung entlang des Weges an. Die Karolinger beeinflussten mit Lettern und mit ihrem Reliquienkult das Kastillianische. Es wurden arabische Elemente zurückgedrängt.
In Spanien zollte man zunächst der italienischen Sprache und den sogenannten tres corones (Bocaccio,) großen Respekt und zeigte Erfurcht. Es herrschte die Ansicht, dass man an Italien mit Bocaccio mit spanisch nicht heranreichen könne (bis ..). Danach stellte man die Grazie der spanischen Sprache dar. Als allgemeiner Dialekt wurde kastillianisch gewählt. Dieser Vorgang wurde durch König Allonso dem Weisen ()[[]] und der Reconquista (Verschiebung des Zentrums nach Süden forciert. Dabei ist der Dialekt des Judenspanischen interessant. Dieser enthält teilweise andere Grammatiken, Wörter, Satzstellungen und den Lautstand vom 15. Jahrhundert. Es ist die Sprache der 1492 aus Spanien vertriebenen Juden. Sie wurden von den Reyes Católicos vertrieben. Diese Bevölkerungsgruppe wird auch Sepharden genannt.
==weiterführende Literatur==
Berschin/Fernández-Sevilla/Felixberger (1995)-Handbuch
Dietrich/Geckeler (2000)-Einfführung
Gauger/Oesterreicher/Windisch
Blasco Ferrer (1996)
Lexikon der romanischen Linguistik (LRL, Holtus/Metzelin/Schmitt (Hgg.) 1987 ff.
Ernst/Gleßgen/Schmitt/Schweickard
John N.Green in: Harris,Martin-Vincent,Nigel (Hrsg.) (1988), The Romance Languages, London-Sydney: 79-130
==Quellen==
Andreas Wesch-Grundkurs Sprachwissenschaft Spanisch S7-10
Wolf/Dietrich/Horst Geckler-Einführung in die spanische Sprachwissenschaft S5-43 (siehe auch esv.info/3503079955
Skripte von Einführung in die romanische Sprachwissenschaft 2009 von Österreicher, Detges,
Ich habe neben diesem Artikel auch einen Artikel zu den kulturellen Besonderheiten von Einsteins Wirken und Leben geschrieben geschrieben